UniFormation S10: Der Resin-Drucker, der sich selbst wäscht und trocknet

Veröffentlicht am 19. Oktober 2026 um 10:42

UniFormation startet am 22. Oktober 2026 seine Kickstarter-Kampagne für den S10 – einen Resin-3D-Drucker, der die komplette Nachbearbeitung in die Maschine selbst verlagert. Normalerweise ist das größte Ärgernis beim Harzdruck nicht der Druck selbst, sondern das, was danach kommt: Modelle in Isopropanol baden, mehrfach spülen, trocknen lassen, und das Ganze bei strengem Geruch und klebrigen Händen. Genau hier will der S10 ansetzen.

Nach Abschluss des Drucks lässt die Maschine überschüssiges Harz automatisch zurück in die Wanne laufen, ein Deckel schiebt sich über die Wanne, und die Bauplattform fährt direkt in einen eingebauten 9-Liter-Waschtank. Dort folgen zwei Reinigungsgänge mit Abtropfphasen dazwischen, bevor die Plattform die Modelle zur Warmlufttrocknung bei 35 bis 45 °C positioniert. Nur die finale UV-Nachhärtung müssen Nutzerinnen und Nutzer weiterhin separat erledigen.

Technisch setzt der S10 auf ein 16K-Monochrom-LCD mit einer Auflösung von 15.360 × 6.540 Pixeln und einer Pixelgröße von 14,52 × 19,25 Mikrometern bei einem Bauvolumen von 223 × 126 × 200 mm. Für die Präzision in der Höhe sorgt ein Kugelgewindetrieb der C5-Klasse mit einer angegebenen Wiederholgenauigkeit von ±0,005 mm. Dazu kommen ein unterstütztes Folienwechsel-System, eine druckbasierte Fremdkörpererkennung, automatische Harzzufuhr und -heizung sowie eine geschlossene Kammer mit interner Luftreinigung.

Praktische Tipps

Wer mit dem Gedanken spielt, den S10 über Kickstarter zu unterstützen, sollte ein paar Punkte beachten. Der Kickstarter-Pledge startet bei 999 US-Dollar, der spätere Verkaufspreis soll bei 1.299 US-Dollar liegen. Wer schon vor dem Kampagnenstart eine rückerstattbare Anzahlung von 20 US-Dollar über die UniFormation-Website hinterlegt, bekommt nach dem Pledge zusätzlich 100 US-Dollar Cashback – macht effektiv 899 US-Dollar, plus die separat zurückerstattete Anzahlung. Die geschätzte Lieferung ist für März 2027 angesetzt, wie bei Crowdfunding-Kampagnen üblich kann sich das je nach Fertigungs- und Lieferkettensituation noch verschieben.

Das integrierte Wasch- und Trocknensystem ersetzt zwar den lästigsten Teil der Nachbearbeitung, nicht aber die komplette Handarbeit: Modelle und Stützstrukturen müssen nach dem Zyklus weiterhin von Hand entfernt werden, und die finale UV-Nachhärtung bleibt ein separater Schritt. Wer bereits mit einem anderen MSLA-Drucker arbeitet, sollte außerdem prüfen, ob das verwendete Harz mit dem automatisierten Waschsystem kompatibel ist – bei Kickstarter-Projekten lohnt sich grundsätzlich ein Blick in die Kommentare und Update-Posts der Kampagne, da dort oft praktische Details zur Materialkompatibilität nachgereicht werden.

Für alle, die bereits Erfahrung mit klassischem Resin-Druck haben, ist der S10 vor allem als Zeit- und Komfortgewinn interessant – weniger als technischer Sprung bei Druckqualität oder -geschwindigkeit, da 16K-Mono-LCDs inzwischen auch bei anderen Herstellern Standard sind.

Fazit

Der UniFormation S10 adressiert ein reales Problem des Harzdrucks: die unangenehme, zeitaufwändige Nachbearbeitung. Mit integriertem Waschen und Trocknen könnte er gerade für kleine Werkstätten und Hobby-Drucker, die Harzdruck bisher wegen des Reinigungsaufwands gescheut haben, eine attraktive Einstiegsoption werden – sofern sich die Versprechen nach dem Kickstarter-Start und der ersten Auslieferung im Alltag bestätigen.

UniFormation S10: Der Resin-Drucker, der sich selbst wäscht und trocknet

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