xTool X1: Neue All-in-One-Laserplattform auf der IFA 2026 vorgestellt

Veröffentlicht am 3. September 2026 um 12:11

Hintergrund

Auf der IFA 2026 in Berlin hat der Hersteller xTool Ende August seine neue Laserplattform X1 vorgestellt – laut eigener Ankündigung „ein Gerät statt mehrerer". Bisher mussten Maker und Kleinunternehmer für unterschiedliche Materialien und Anwendungen oft zwischen mehreren Lasergeräten wechseln: ein CO₂-Laser für Holz und organische Materialien, ein Diodenlaser für schnelle Gravuren, gegebenenfalls ein Faserlaser für Metall. Die X1 will diese Trennung aufheben.

Technisch kombiniert die X1 einen 55-Watt-CO₂-Laserkopf mit einem separaten 20-Watt-Dioden-Galvokopf und lässt sich über ein modulares System namens „Laser Swap" um weitere Laserquellen erweitern – Fiber-, MOPA- und UV-Module sollen zu einem späteren Zeitpunkt folgen. Kernstück ist das sogenannte „Hybrid Motion"-Antriebssystem: eine Vierachs-Steuerung, die klassische Gantry-Mechanik mit schneller Galvo-Laserabtastung kombiniert. Der fliegende Galvo-Kopf soll dabei Geschwindigkeiten von bis zu 6.000 mm/s über die gesamte Arbeitsfläche erreichen – deutlich schneller als bei klassischen Einzelgeräten.

Konkrete Preise hat xTool bislang nicht genannt. Reservierungen sollen ab Ende September 2026 möglich sein, der reguläre Verkaufsstart in Deutschland ist für Ende Oktober 2026 angekündigt. Auf der IFA war das Gerät in Halle 20, Stand 127 zu sehen.

Praktische Tipps für die eigene Werkstatt

1. Materialbedarf vorab realistisch einschätzen. Ein Multi-Laser-Gerät lohnt sich vor allem, wenn tatsächlich unterschiedliche Materialien regelmäßig bearbeitet werden – etwa Holz und Leder für Gravuren sowie perspektivisch Metall-Markierungen. Wer überwiegend ein Material bearbeitet, fährt mit einem spezialisierten Einzelgerät oft günstiger.

2. Modulare Erweiterbarkeit einplanen, nicht sofort ausreizen. Da Fiber-, MOPA- und UV-Module erst nach und nach verfügbar sein sollen, kann es sich lohnen, zunächst mit der Basisausstattung (CO₂ plus Diode) zu starten und bei Bedarf später aufzurüsten, statt direkt in die volle Ausstattung zu investieren.

3. Lüftung und Absaugung mitdenken. Höhere Geschwindigkeiten und stärkere Laserquellen bedeuten in der Regel auch mehr Rauch- und Partikelentwicklung. Eine ausreichend dimensionierte Absaugung gehört bei leistungsstärkeren Lasergeräten zur Grundausstattung – unabhängig vom Hersteller.

4. Vorbestellungen kritisch prüfen. Da zum Redaktionsschluss weder Preise noch technische Detaildaten vollständig veröffentlicht sind, lohnt es sich, vor einer Reservierung auf unabhängige Testberichte und die finalen technischen Daten zu warten.

5. Sicherheitsvorgaben beachten. Leistungsstärkere Lasergeräte unterliegen in Deutschland weiterhin den einschlägigen Vorschriften zu Laserschutzklassen, Kennzeichnung und Betrieb in Wohn- oder Gewerberäumen – das gilt unabhängig vom Funktionsumfang eines Geräts.

Fazit

Mit der X1 positioniert sich xTool klar in Richtung „ein Gerät für viele Anwendungen" – ein Trend, der für Kunsthandwerker und kleine Manufakturen interessant ist, die Gravur- und Schnittarbeiten für unterschiedliche Materialien anbieten. Solange Preis und ausführliche Testdaten fehlen, bleibt die endgültige Bewertung aber offen; der Marktstart Ende Oktober 2026 lohnt einen Blick.

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